Professor Fouad Ibrahim mit Ehefrau Barbara beim Besuch im Lingener Professorenhaus
am 09.09.2014 mit Vortrag zur Lage, insbesondere von Frauen und Kindern in Ägypten.
Rechts daneben: Ulla Feldmann, Dagmar Homeyer und Barbara Pieczewski.
 
 
 
Pressebericht zum Vortrag über Ägypten am 9. September 2014 im Professorenhaus in Lingen
 
2300 € für das ägyptische „Ziegenprojekt“ gestiftet
Der Verein „Frauen helfen Frauen- Emsland“ hatte Mitglieder und Interessierte zu einem Vortragsabend in das Professorenhaus in Lingen eingeladen. Prof. Fouad Ibrahim und seine Frau Barbara berichteten über die aktuelle Situation in Ägypten  und über die bedrückende Lage der dortigen, koptischen Kirche.
Die Geografin Barbara Ibrahim zeigte zuerst die Situation der ägyptischen Frauen in den unterschiedlichen Schichten des 90 Millionen Volkes auf. Eine reiche Oberschicht lebt einen luxuriösen Lebensstil, arrangiert sich mit Staat und Gesellschaft und akzeptiert die Vorgaben des Islams. Die Familie als feste Größe im gesamten Leben wird gelebt. Scheidungen sind selten und ein Singeldasein ist fast nicht vorstellbar. Vor gut 40 Jahren gab es jedoch keine verschleierten Frauen, das hat sich heute deutlich gewandelt. Familien, die sich der Mittelschicht zugehörig fühlen, leben die islamischen Grundwerte ebenfalls auf einem bescheideneren Niveau.
Der größte Teil der Bevölkerung, besonders auf den Dörfern, lebt oft in großer Armut. Dies wird nicht thematisiert, man schaut nicht hin.
Der koptischen Kirche, die auch als Urkirche des Christentums angesehen wird, gehören ca. 15 Prozent der Bevölkerung an. Auch wenn sich die Spitze der Kirche konform zur Regierung gibt, sehen sich die Mitglieder großen Repressalien ausgesetzt, erläuterte Prof. Fuoad Ibrahim. Viele Kirchen der Kopten wurden in Brand gesetzt und zerstört, doch es kommt keine Feuerwehr oder Polizei. Trotz der schwierigen Lage, die durch Revolutionen auf dem Tahirplatz im Kairo begannen, ist der Islam die alles beherrschende Religion, die das öffentliche und private Leben bestimmen. Zwar sehnt sich das Volk nach Ruhe und Stabilität, doch demokratische Strukturen sind in diesem Land vorläufig nicht zu realisieren.
Und dennoch gibt es Hoffnungszeichen durch Menschen, die sich engagieren in Projekten, die den Menschen helfen, sich eine bessere Zukunft aufzubauen. Der Geografieprofessor Ibrahim hat mit Studenten vor gut 20 Jahren einen Afrika -Freundeskreis gegründet. Mit viel Einsatz wurden über die Jahre wichtige Projekte aufgebaut in Ägypten und weiteren afrikanischen Ländern. In Ägypten werden  in der Hauptstadt Kairo Müllsammlerfamilien unterstützt und weitere Projekte in dem südlich gelegenen Gouvernorat Beni Suef am Nil. Es werden mit Unterstützung von christlichen Nonnen Kindergärten eingerichtet und Kindergärtnerinnen geschult. Mädchen werden durch Stipendien unterstützt, um sich ausbilden zu können, denn Jungen haben bei den Eltern den Vorzug. Schulen werden unterstützt und Kleinkredite werden vergeben, um Existenzmöglichkeiten zu schaffen.
Ein Dorfprojekt wurde intensiver vorgestellt. In den Fellachendörfern rings um die Stadt Beni Suef leben viele arme, oft alleinerziehende Mütter. Hier werden trächtige Ziegen an Frauen vergeben als kleine Existenzsicherung. Die Ziege gibt Milch und durch die Geburt von meistens zwei Zicklein kann eines verkauft werden. So wird dieses Projekt als sehr wirksam angesehen.
Ursula Feldmann vom Verein Frauen helfen Frauen konnte nach dem Vortrag eine Spende des Vereins von 2000 € zusagen. Zusätzlich wurde unter den Zuhörern 300 € gesammelt für den Ankauf von weiteren Ziegen. Wer dieses Projekt mit unterstützen möchte, kann Geld überweisen – auch gegen eine Spendenquittung – auf das Konto der Volksbank Lingen; IBAN DE79 2666 0060 1118 0803 00
 
 
Zu dem Verein, Afrika Freundeskreis e.V.,  für den Prof. Dr. Fuad Ibrahim und seine Ehefrau Barbara tätig sind erfahren sie mehr unter: http://www.afrikafreundeskreis.de